Klaus Farin, Januar 2009, ErzählCafé

Klaus Farin, als wandelndes "Archiv der Jugendkulturen", kam und erzählte erstmal aus seiner eigenen Jugend der sechziger Jahre im Ruhrgebiet.
Da war die Welt durchaus noch übersichtlich.
Zumindest für die Jungs gab es den Lieblingfußballverein, die Disko und die erste "wilde Musik".

Doch bereits als Schüler begann er alles über "die Jugend" zu sammeln, was beachtenswert schien.
Bis hin zum Auswerten und Präsentieren in Büchern und Ausstellungen.
Bis heute.
Und nach einem Exkurs in die Geschichte der Jugend (die ja schon seit Sokrates vor über 2000 Jahren immer als schwierig galt), kam Klaus Farin dann zu den Feinunterscheidungen: zu den diversen Subkulturen, Künstlichen Stämmen, Kern-, Rand-, Freizeitszenen.
Und wer alles nur ein temporärer Sympathisant ist…

Da kamen schon große Unterschiede zu früher heraus.
So scheint es heutzutage für Jugendliche kein Problem zu sein, mehrere Szenen hintereinander zu durchlaufen bzw. zu wechseln.
Auch was die Mode, die Musikrichtung und die Weltanschauung angeht.

Ein weiteres Thema für Klaus Farin waren die Medien.
Fast alles, so seine These, was wir über die Jugendlichen wissen, wissen wir aus ihnen.
Und so nimmt er sie in Schutz: die Goths, die Skins, die HipHopper.
Und er kommt zu dem Schluss, dass Jugendliche und ihre Kulturen nicht wirklich anders sind als die Erwachsenengesellschaft, sondern eigentlich nur ihr ungeschminktes Spiegelbild:
"Wenn Jugendliche trinken, haben sie es nicht selbst erfunden. Ihre Vorbilder sitzen zuhause auf dem Sofa".

Auch im Frage-Teil des ErzählCafés nahm sich Klaus Farin viel Zeit, ausführliche Antworten zu geben.
Danke Klaus Farin!

Hier ein prägnanter Ausschnitt seines Besuchs in unserem ErzählCafé: