ErzählCafé mit Martina Rosenthal-Schöne und Joachim Schöne, Mai 2009

Mit den Vierspänner aus Rixdorf über die Inselbrücke zum KREATIVHAUS

Bei prächtigem "Kaiserwetter" mit Sonnenschein und blauen Himmel, hörte man das Pferdegetrappel schon von weitem. Fam. Schöne in vierter und fünfter Generation war mit Ihrem Vierspänner durch die Inselstraße in Richtung Fischerinsel im Anrollen.
Die historischen Uniformen auf dem Kutschenbock rundeten das zünftige Bild erhaben ab, und ließ die Herzen der Kutschenfreunde höher schlagen.

Im Mai-ErzählCafé schon mit Spannung erwartet, stieg das Geschwisterpaar Martina Rosenthal-Schöne und Jürgen Schöne gleich in die Geschichte der Kutschen und in ihre eigene Familien- und Firmenchronik ein:

Alles begann mit ihrem Ur-Großvater Gustav Schöne, der aus Wendisch-Rietz nach Berlin gekommen, hier 1894 ein Fuhrgeschäft gründete.
Nach Vergrößerung des Betriebs pachtete er 1910 das Grundstück Richardplatz 18 im Zentrum des Dorfangers des alten "Deutsch-Rixdorf ".
Die Großmutter der der Geschwister Schöne war noch die Enkeltochter des letzten Dorfschulzen von "Böhmisch-Rixdorf".

Nach dem Ausflug in die Historie und dem Auf und Ab der Firma im Wandel der Zeiten, ging es zu den heutigen Geschäften und dann auch ganz aktuell zu den neuen Berliner Leitlinien des Senats für Pferdefuhrwerksbetriebe.

Wer also in jetzigen Zeiten eine Kutsche durch Berlin fahren will, braucht einen Führerschein und muss auf eine maximal neun Stunden- Arbeitszeit vom Ein- bis zum Abspannen für Pferde achten.
Die Tiere haben ein Anrecht auf angemessene Pausen mit ausreichend Heu und Trinkwasser.
Im Sommer muß mit Thermometer die 30 Grad im Schatten-Grenze beachtet werden.
Das freut und kommt dem Tierschutz entgegen.
Auch müssen Namen und Telefonnummer des Betriebes deutlich an den Droschken zu erkennen sein.
Alles kein Problem für Fam. Schöne; alles wird ordentlich eingehalten.
Und nicht nur zu "48 Stunden Neukölln", oder zum Alt Rixdorfer Weihnachtsmarkt, sondern Gäste und BesucherInnen sind stets willkommen, am Richardplatz in der Remise die historischen Kutschen zu besichtigen.

"An uns soll es nicht liegen, unseren Familienbetrieb noch lange in dieser Form erhalten zu können".
Das ErzählCafé bedankt sich bei den Kutschen-Schönes für ihren Besuch recht herzlich und wünscht "langes Leben".

Zum Abschluss noch ein kurzer Video-Ausschnitt von ihrem Besuch: