ErzählCafé mit Margret Rasfeld, April 2009
"Ich habe keine schlechten Schüler!"
Mit dieser kurzen Antwort löste Margret Rasfeld im Publikum des ErzählCafés am 18.04.09 im KREATIVHAUS einen "Lacher" aus, führte aber gleichzeitig mit dieser Antwort auf die Frage, warum in der Regel die Schulen nicht die Verantwortung für schlechte Schülerleistungen übernehmen, ins Zentrum Ihrer Pädagogik einer neuen Lehr- und Lernkultur.
In diesem Zentrum steht der einzelne Schüler und die einzelne Schülerin mit ihren jeweiligen individuellen Fähigkeiten und ihrem "so sein" wie sie sind, und das es erst einmal zu stärken gilt.
Und deshalb spricht Margret Rasfeld als Schulleiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum auch weniger von Integration, wo sich alle einzufügen haben, sondern lieber von Inklusion, einem Lernort Schule, wo erstmal keiner ausgeschlossen sein sollte.
Ihr "System Schule" öffnet sich und geht in andere Bereiche der gesellschaftlichen Realität, um mit Eltern, Betreuern, Architekten, Künstlern und anderen im Stadtteil, in Lernbüros, Projekten und Werkstätten brauchbares Wissen sich anzueignen. Um das Ganze als Freie und private Schule auch finanzierenzu können, bestehen keine Berührungsängste gegenüber Wirtschaft und Unternehmen, um Sponsoren zu finden. Auch an eine eigene Art von Sozio-Kulturellem Zentrum in der Schule wird gedacht.
Mit Ihrer Schule in der Wallstraße, in nachbarschaftlicher Nähe und oft in Kooperation mit dem KREATIVHAUS, beteiligt sich Margret Rasfeld mit 15 weiteren Schulen an dem Pilotprojekt Gemeinschaftsschule des Berliner Senats. Die SchülerInnen versucht sie, mit Vereinbarungen und Verträgen zu motivieren und "mitzunehmen". Sie setzt hierbei auf das Prinzip Selbstwirksamkeit.
Nach der Kaffee-Pause im 2.Teil des Gesprächs brachten sich vermehrt die BesucherInnen mit eigenen Erinnerungen und Berichten aus ihren jeweiligen Schulzeiten ein, und es entstand ein angeregtes, aber harmonisches Gespräch. Nachdem (auch aus dem Publikum heraus gewünscht) aus aktuellem Anlass über den Religions- bzw.Ethikunterricht in Berlin ausführlich geantwortet wurde, ist noch das vorbildliche Projekt "Plant-for-the-Planet", an dem sich Ihre Schüler und Schülerinnen beteiligen, besonders gewürdigt worden.So wurden spontan mehrere Euros ( 1Euro=1Baum) gesammelt und ihr als Baumspenden übergeben.
Das ErzählCafé und das KREATIVHAUS danken Margret Rasfeld für das Gespräch und wünschen weiterhin gute Kooperation und Nachbarschaft und für ihre Schule viel Erfolg und Gelingen.
Hier ein kurzer Videoausschnitt ihres Besuchs bei uns:





