ErzählCafé mit Barbara John, März 2009
Zum Frühlingsanfang am 21. März war Barbara John nun Gast im ErzählCafé
Nach dem Frau John im Februar absagen musste, sprang sie spontan für Margret Rasfeld ein, die aus terminlichen Gründen am 21. März verhindert war.
Die inzwischen 71-jährige KREATIVHAUS-Patin erzählte aus der Zeit, in der sie von 1981 bis 2003 erste und später landesweit dienstälteste "Ausländerbeauftragte" des Berliner Senats war.
Alles begann mit einem Telefonanruf des damaligen Regierenden Bürgermeisters Richard von Weizsäcker.
Ihre Art sich selber mit ihren Lebensdaten im Telegrammstil schnell vorzustellen, und auch von ihren zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen, auch als Stadtälteste, nichts hören will ("Das muss hier alles nicht erwähnt werden"),charakterisiert sie und spricht für ihre persönliche Bescheidenheit.
Lieber berichtete sie von den vielfältigen Tätigkeiten und Ämtern, die sie auch nach Erreichen des Ruhestandsalters als Vorsitzende ( des Paritätischen Berlin, der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, des Expertengremiums für Integrationssprachkurse) bzw. als ehrenamtliche Koordinatorin wahrnimmt.
So vertraute sie dem Moderator und der aufmerksam und gut besuchten ErzählCafé-Runde an, dass sie eigentlich auch jetzt noch nur zur kurzen Pause und Besinnung kommt, wenn mal ein Flieger, wie diese Woche ihr passiert, von Stuttgart zurück nach Berlin kurzfristig ausfällt.
Biografisches Erzählen kam also bei Barbara John schnell ausführlich zu den inhaltlich wichtigsten Arbeitsschwerpunkten in ihrem Leben. Und da mangelte es wahrlich nicht in den 90 Minuten Erzählzeit an Stoff von der "Grossen Schwester" der türkischen Community, der "Mutter aller Migranten" in Berlin. Von der Bedeutung des Spracherwerbs schon der Kita-Kinder bis hin zur Notwendigkeit der kulturellen und religiösen Vielfalt im Lande.
Eine Korrektur mußte sie jedoch schmunzelnd anbringen. Nicht wie in WIKIPEDIA steht, stammt sie von polnischen Eltern ab, sondern von schlesischen. Ihre Heimat musste sie als Kriegskind verlassen. So wurde ihr im nach hinein noch ein "Migrationshintergrund" bestätigt.
Auch im Frage- und Ergänzungsteil fand mit dem Publikum ein lebhaftes Gespräch statt, in dem die schwierigen Seiten der Integrationspolitik angesprochen wurden: wie z.B. die Forderung nach aktiver Umsetzung des Antidiskriminierungsgesetzes, eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Behörden für traumatisierte Menschen im Asyl oder die besondere Situation gewaltbetroffener Migrantinnen.
Auch nach einer gezielten Begleitung von besonders türkischen Jugendlichen wurde gefragt. Thema war auch die ehemalige "Migrationspolitik "der DDR.
Vielen Dank Barbara John für dieses interessante und informative Gespräch!
Das nächste ErzählCafé fand am 18. April um 16 Uhr statt.
Als Gast begrüßte Ulrich Krüger dann Margret Rasfeld, die Leiterin der Ev. Schule Berlin Zentrum
Hier ein kurzer Ausschnitt ihres Auftritts von unserem YouTube-Kanal:





